Am Sonntag hat uns Anette auf sehr eindrückliche Art und Weise illustriert, dass wir gemeinsam ein Leib sind. Wir sind die Gemeinde von der Jesus sagt, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen wird.

Dazu kam mir eine Begegnung in den Sinn, die wir letzten Sommer mit meiner Cousine und ihrem Mann hatten. Da sie ca. 15 Jahre älter sind, hatten wir nie sehr engen Kontakt als Kind. Nun kam es zum ersten Mal zu einem tiefen Herzensaustausch und sie erzählten uns ihre Geschichte:

Ihr Mann ist im Tessin aufgewachsen. Für sein Medizinstudium kam er damals nach Zürich, wo die beiden sich kennenlernten. Als sie dann heirateten war für beide klar, dass sie (wieder) ins Tessin ziehen werden, denn im Tessin gebe es sehr wenige wiedergeborene Gläubige. Es fehle an Leuten, die sich in den Leib und in die Ernte investieren. Obwohl das Leben hier bequemer sei, wie sie selbst sagten, war für sie klar, dass sie dort hingehören, wo sie gebraucht werden. Doch bevor sie ins Tessin zogen, hatte er sich gezielt auf ein Medizinisches Fachgebiet spezialisiert von dem er wusste, dass es keinen einzigen Spezialisten im Kanton Tessin gab. Er sah die Not und hat darauf reagiert.

Diese Einstellung hat mich tief berührt, denn ihr Fokus war nicht darauf ausgerichtet, wo sie ihr Leben gerne verbringen möchten oder was sie gerne arbeiten würden. Nein, sie hatten ihren Blick darauf gerichtet, wo sie gebraucht werden und auf das, was von ihnen gebraucht wird.

Dies fasst auch viele der Punkte zusammen, die wir am Sonntag gemeinsam zusammengetragen haben. Unser Fokus ist nicht auf uns selbst gerichtet, sondern auf das was den Leib auferbaut. Wir haben ein gemeinsames Ziel und bringen unsere Gaben ein – wir sind füreinander da und stärken einander.

Genauso fordert Paulus uns auf,  dass jeder „durch Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst“ – Kolosser 2,3.

Herzlich – Mirjam

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